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Aktuelles

Vortrag von S.E. Dr. Andor Nagy, Botschafter von Ungarn in Österreich

Es war ein spannender Vortrag, den seine Exzellenz Dr. Andor Nagy, Botschafter von Ungarn in Österreich, dem LC Paracelsus und den anwesenden Gästen widmete. Und es wurde rasch deutlich, dass es zwischen Österreich Ungarn noch immer eine tiefe, enge Verbindung gibt.

Seine Exzellenz nutzte auch die Gelegenheit, zahlreiche Aspekte der jüngeren Vergangenheit aus Sicht Ungarns darzustellen und den einen oder anderen Punkt ins – aus seiner Sicht – richtige Licht zu rücken. Die Anwesenden Mitglieder und Freunde nahmen diese Gelegenheit dankbar an, was zahlreiche Fragen und Wortmeldungen zur Folge hatte.

Im Jahr 2015 war Ungarn – mit Schengen-Außengrenze zu Rumänien – vor eine schwierige Entscheidung gestellt und schließlich gezwungen, einen Grenzschutzzaun zu errichten. „Es waren die Ungarn, die den Eisernen Vorhang eingerissen haben“, betonte der Botschafter die moralisch-menschliche Situation Ungarns im Jahr 2015. Aber: „Wir wussten nicht, wer nach Europa kommt.“ Die Regierung Ungarns habe damals Kriegsflüchtlingen Hilfe zugesagt, doch 9 von 10 seien damals nicht auf der Flucht vor Krieg gewesen. Der Lösungsansatz Ungarns damals wie heute: „Probleme nicht importieren, Lösungen exportieren.“

 

Modell Ungarn
Ungarn hat 2010 begonnen, ein neues Modell, eine moderne Form der Christdemokratie, zu etablieren. Die Ursache war damals die Finanzkrise, die auch Ungarn mit dem Bankrott bedrohte. Die Drei Eckpunkte sind Familienpolitik, Nationalstaat und christliche Lebensform.

Die Familienpolitik ist als Antwort auf die demografischen Herausforderungen angelegt. 4,8 % des BIP Ungarns werden für diesen Bereich aufgewendet: „Wir investieren in die Zukunft. Kein EU-Land gibt so viel Geld für Familien aus“, fasste seine Exzellenz die vielfältigen Unterstützungsleistungen zusammen. Der Botschafter machte auch deutlich, dass es sich dabei um eine klar andere Ausrichtung handelt als die Lösung der demographischen Herausforderungen durch Zuwanderung. Dies sei u.a. auch darin begründet, dass vor allem Länder des ehemaligen Ostens keine Erfahrung mit Zuwanderung hätten. Daraus ließe sich auch die fehlende Bereitschaft zu Quotendiskussion ableiten.

 

Der Begriff Nationalstaat sei, so betonte Andor Nagy, in Ungarn nicht negativ besetzt. Hie ist ein klarer Unterschied zu Österreich und Deutschland auszumachen. Das Ziel Ungarns sei ein starkes Europa aus starken Nationalstaaten, ein Europa der Vereinigten Staaten glaube man nicht. Dabei lässt der Vortragende keinen Zweifel an seiner positiven Grundhaltung: „Die Friedenszeit ist eine Errungenschaft der Gemeinschaft.“

 

Das Christentum und davon abgeleitet die christliche Lebensform werden von Ungarn als ursächlich für Wohlstand und Lebensqualität in Europa verstanden. Dass dies davon abgeleiteten Ansätze und Maßnahmen der Politik greifen verdeutlichte seine Exzellenz anhand eines Beispiels: „Vor Antritt der FIDES-Regierung lag die Arbeitslosigkeit bei etwa 12 %; jetzt knapp unter 4 %.“ Der Botschafter von Ungarn verdeutlichte, dass es sich bei der „christlichen Lebensform“ um ein Generalthema und Leitlinien handelt, die sich durch alle Bereiche von Gesetzgebung und Lebensführung ziehen. So sei auch von der Verfassung vorgegeben, dass eine Ehe als Gemeinschaft eines Mannes und einer Frau zu verstehen seien.